Chinesische Teezeremonie und Jasmin Tee

 

Auf meinen Reisen in China gehört es bei jedem Besuch von Kampfkunstfreunden zum guten Ton, dass Tee angeboten wird.

 

Mehrmals habe ich hierbei auch eine Teezeremonie erleben dürfen, die immer wie folgt ablief:

 

Das Wasser wird aufgebrüht und in eine Kanne umgefüllt. Dann wird ein kleiner Schuss kaltes Wasser dazugegeben um eine Temperatur unter 100 Grad Celsius (ideal 80 Grad Celsius) zu erreichen.

 

In einem filigranen Gefäß wird dann mit eine Art Holzspatel Tee gefüllt, so dass das Gefäß maximal zur Hälfte gefüllt ist. Dann wird das temperierte Wasser auf den Tee gegossen, so dass alle Blätter bedeckt sind. Ein Deckel wird aufgelegt und der Inhalt geschwenkt.

 

Dann wird der Deckel so gehalten, dass das Wasser abgekippt werden kann. Der gewaschene Tee wird mit dem Holzspachtel in eine Teekanne umgefüllt. Etwas Tee wird im Gefäß gelassen und den Teilnehmern der Teerunde zum riechen gereicht.

 

 

Dann wird der Tee in der Kanne mit Wasser aufgefüllt und wird ziehen gelassen. Während dessen werden die Teetassen mit heißem Wasser auf einem Tablett gefüllt, so dass die Tassen eine gute Wärme annehmen.

 

Die Tassen werden mit Stäbchen oder eine Holzzange einzeln angefasst und das Wasser entfernt.

 

Nachdem der Tee gezogen hat, wird er auf die Tassen verteilt und verköstigt. Der Servierende achtet darauf, dass die Teeblätter in der Kanne immer mit Wasser bedeckt sind.

 

Je nach Teequalität werden mehrere Aufgüsse gemacht. Der edelste Tee, den ich je trinken durfte, wurde 20 Mal aufgegossen und jeder Aufguss schmeckte sehr lecker.

Diese Art der Teezubereitung wird nur bei grünem Tee verwendet. Schwarzer (in China roter) Tee sollte nur einmal aufgegossen werden und nach seiner Ziehzeit in eine andere Kanne umgefüllt werden.

 

 

Chinesischer Tee

Jasmin Tee

Mein Lieblingstee ist der Jasmintee, der nach Aufzeichnungen um 980 n.Chr. entstanden sein soll.

 

Während dieser Zeit herrschte die Sung-Dynastie und Jasmintee entstand bei dem Versuch hochwertige Tees weiter zu verfeinern.

 

Für die Herstellung durfte die Jasminblüte erst abends gepflückt werden, da dann der Duft seinen Höhepunkt hat. Für den Jasmintee wird als Basis ein grüner Tee oder halb fermentierter Tee verwendet.

 

Der Jasmintee entsteht entweder bei der gemeinsamen Trocknung von Tee und Jasminblüten oder durch Bedampfung der Teebläter durch das Aroma der Jasminblüten. Die beste Qualität entsteht bei einer mehrtägigen gemeinsamen Lagerung von Teeblättern und Jasminblüten, wobei immer wieder die Jasminblätter heraussortiert werden und durch neue ersetzt werden.

 

Neben dem Basistee ist also auch die Herstellungsart für die Qualität entscheidend. 

 

Mein Favorit sind die Dragon Pearls, bei dem die Jasminblüten aussortiert werden und die Teeblätter dann zu kleinen Kügelchen geformt werden. Beim Aufguss entfalten sich die Blätter und der wundervolle Jasmin-Geruch und Geschmack entfaltet sich.

 

Der angenehme und liebliche Duft des Tees wird beruhigend, aber gleichzeitig regt der Tee durch seinen Koffeingehalt an. Dem Tee wird nachgesagt, dass er sich bei regelmäßigem Genuss auch äußerst positiv auf die Gesundheit und das Immunsystem auswirken kann. Auf jeden Fall führt der bewusste Genuss des Tees zu einer entspannten Atmosphäre.

 

Da der Tee auf grünen Tee basiert, ergeben sich die gleichen gesundheitlichen Vorteile, die bereits der Ursprungstee hat: hohe Anteile an Vitamin C, A und B12. Kalium, Magnesium, Fluor, Koffein, Kupfer, Nickel, und weitere Mineralstoffe aller Art sind ebenfalls enthalten.

 

Der enthaltene Stoff Tannin soll beispielsweise helfen, den Alterungsprozess des Menschen aufzuhalten. Der Jasmintee und der grüne Tee werden deshalb nicht selten als Jungbrunnen schlechthin angesehen.

 

Viele Freude beim Teegenuß

Jan

Über Jasmin-Tee

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Kommentare: 1
  • #1

    Serge und Iris (Dienstag, 27 Februar 2024 08:31)

    Toll!
    Danken dir für die sehr informativen, wirklich sehr interessanten Details!